Sitzen anders betrachtet 2008

Herausgeber: Gaidaros. Aufgrund von Texten und Beispielen aus einer umfangreichen Produktion wird der Leser mit den Gedanken Opsviks über das Sitzen bekannt gemacht und kann die Philosophie, die sein Möbeldesign prägt, nachvollziehen.
 
Peter Opsvik
sitzen – anders betrachtet
ISBN 978-82-8077-127-8
 
Über Millionen von Jahren haben die Menschen ein ausgesprochen aktives Leben auf der Erde geführt. Erst im Laufe der letzten Jahrhunderte hat die Industrialisierung zu mehr Passivität und zu einer zunehmenden Dominanz der sitzenden Lebensweise für mehr und mehr Menschen geführt. In immer mehr Gesellschaften sind Stühle und Sitzmöbel fester Bestandteil der Einrichtung an Arbeitsplätzen, in Institutionen und Privatwohnungen. Diese Sitzvorrichtungen wurden in der Regel entsprechend den geltenden Standards für Stühle entworfen, wobei die konventionelle »westliche« Sitzhaltung den
Ausgangspunkt bildete.
 
Im Buch »Sitzen – anders betrachtet« von Peter Opsvik wird die Frage aufgeworfen, ob dies das einzig denkbare und funktionellste Design für den menschlichen Körper ist. Wenn die verschiedenen Experten für Ergonomie für ihre eine und einzig korrekte Sitzhaltung warben, kommentierte er das dahingehend, dass alle richtig seien. Alle empfohlenen Sitzhaltungen waren gut, und er sah es als seine Aufgabe, Stühle zu entwerfen, die so viele Sitzpositionen wie möglich erlaubten. Außerdem sollte es einfacher sein, sich beim Sitzen zu bewegen und häufi g zwischen den verschiedenen Haltungen zu wechseln.
 
Aufgrund von Texten und Beispielen aus einer umfangreichen Produktion wird der Leser mit den Gedanken Opsviks über das Sitzen bekannt gemacht und kann die Philosophie, die sein Möbeldesign prägt, nachvollziehen. Das Buch ist mit zahlreichen farbigen und schwarz-weißen Aufnahmen versehen und soll laut Autor nicht einfach von vorne bis hinten gelesen werden. »Sitzen – anders betrachtet« ist ein Nachschlagewerk, das nützliche Informationen für jeden enthält, der sich entweder aus berufl ichen, erzieherischen oder privaten Gründen für Sitzlösungen interessiert.
 
 
Peter Opsvik
 
Norwegischer Industriedesigner, geboren 1939, ausgebildet an der Kunsthandwerkschule in Bergen und der staatlichen Handwerk- und Kunsthandwerkschule in Oslo. Seit 1970 arbeitet er als selbstständiger Industriedesigner und hat heute ein eigenes Designbüro mit sieben Mitarbeitern in Oslo.
 
Peter Opsvik versucht, unsere stereotypen Sitzgewohnheiten mit seinen unkonventionellen Sitzlösungen zu überwinden. Seine Arbeiten haben mit den Normen des ordentlichen Sitzens und des Stillsitzens gebrochen.
 
Bei der Entwicklung von Sitzlösungen sah er keinen Sinn darin, weitere Varianten des Skandinavischen Designs zu entwerfen. Es gab bereits genügend Produkte, die dessen Qualitäten genügten. Stattdessen hat er Möbel geschaffen, die sich an beiden Enden einer Skala befi nden. Einmal liegt der Schwerpunkt auf rationalen und ergonomischen Aspekten, wobei die Bedürfnisse des menschlichen Körpers berücksichtigt werden, für die andere Gruppe seiner Objekte ist vor allem der Ausdruck ein wichtiges Kriterium.
 
Mit den rationalen, ergonomischen Produkten möchte er den menschlichen Körper zu Bewegung anregen.
Mit den Produkten oder Objekten der anderen Gruppe möchte er emotionell etwas bewegen. Er hat jahrzehntelang eng mit bekannten Herstellern wie HÅG, Stokke und Cylindra zusammengearbeitet, die alle zahlreiche norwegische und internationale Preise und Auszeichnungen erhalten haben.
 
2000 wurde von Peter Opsvik und seiner Familie die Stiftung »The Minor Foundation for Major Challenges« gegründet. Diese Stiftung unterstützt Informationsprojekte, deren Ziel es ist, von Menschen geschaffene Klimaveränderungen zu begrenzen. 2001 gab Peter Opsvik zusammen mit Norsk Form den Anstoß für »Design ohne Grenzen«, ein NonProfit-Programm, das Design mit den Bemühungen für Entwicklung und humanitäre Hilfe verbindet.
 
Der Designpreis Torsten und Wanja Söderberg für das Jahr 2000 geht an den norwegischen Designer Peter Opsvik. Er erhält ihn für seine innovativen beweglichen Möbel und weil es ihm mit spielerischem, mutigem und tief menschlichem Ausgangspunkt gelungen ist, die Ergonomie und Ästhetik für Langzeitsitzende zu erneuern.
Lasse Brunnström, Direktor, Röhsska Museum
 
Als Formgeber benutzt er ein breites Spektrum: Neben dem Kinderstuhl Tripp Trapp ist Peter Opsvik vor allem bekannt als der wichtigste Designer für das Balans-Konzept. Er ist weltweit einer der führenden Köpfe bei der Gestaltung von Arbeitsstühlen; als innovativer Praktiker versucht er dynamische Lösungen für Arbeitssituationen zu finden, die langes Stillsitzen erfordern. Hier ist er unschlagbar. Zudem ist er ein aktiver Umweltschützer, was sich nicht nur in Worten äußert. Seine Produktion ästhetischer Möbelobjekte schlägt poetische und musikalische Töne an. Außerdem ist er ein aktiver Jazzmusiker, wodurch der Eindruck eines Menschen entsteht, der Leben und Schaffen spielerisch bewältigt.
Lars Elton, norwegischer Journalist und Kritiker
 
Opsvik ist deshalb außergewöhnlich, weil er sich als Designer nach der funktionalistischen Devise verhält: Form folgt Funktion. Unter all denen, die das norwegische Design vertreten, gibt es niemanden, der ihm an Erfolg und Originalität das Wasser reichen kann.
Dagens Næringsliv, Erling Dokk Holm, Kritiker
 
 
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